ba · shō · an — die Bananenblatt-Einsiedelei
Bashō-an
芭蕉庵
Eine Einsiedelei für langsame Worte.
Ein schmaler Pfad abseits der lauten Alleen des Internets: eine kleine Hütte für Haiku, japanische Literatur und die Kunst, langsam durch die Sprache zu reisen.
der alte Teich —
ein Frosch springt hinein,
das Geräusch des Wassers
Matsuo Bashō, 1686
Benannt nach einem zerrissenen Blatt
1680 zog der Dichter Matsuo Bashō in eine kleine Hütte am Sumida-Fluss. Ein Schüler pflanzte eine Bashō — einen Bananenbaum — neben die Tür. Er wuchs hoch; seine breiten Blätter zerrissen leicht im Wind und trugen in der Kälte keine Frucht. Bashō liebte ihn gerade für diese schöne Nutzlosigkeit und machte seinen Namen zum eigenen.
Bashō-an ist in diesem Geist gebaut: ein stiller Ort zum Lesen und Schreiben, der langsam reift, im Wetter ein wenig zerreißt und sich weigert zu schreien.
Fukagawa, Edo — 1680
drei wege
Was hier wächst
俳句
haiku
Haiku
Siebzehn Laute, eine Jahreszeit, die ganze Welt. Genaue Lektüren von Bashō, Buson, Issa und Chiyo-ni — und das geduldige Handwerk, eigene zu schreiben.
紀行
kikō
Der Weg
Reiseprosa auf Bashōs Spuren: der schmale Pfad in den tiefen Norden, Station für Station, mit Karten, Tagebüchern und gelegentlichen Umwegen.
季語
kigo
Jahreszeiten
Ein lebendiger Almanach der Jahreszeitenwörter, vom ersten Frost bis zu den heimkehrenden Gänsen — der alte Kalender, der im neuen weitertickt.
aus den reisetagebüchern
Die Monate und Tage sind die Wanderer von hundert Zeitaltern, und auch die Jahre, die kommen und gehen, sind Reisende.
Oku no Hosomichi — Der schmale Pfad in den tiefen Norden, 1689
briefe
Wenn die Lampe brennt
Die Hütte ist noch im Bau. Hinterlasse eine Adresse, und wir geben Nachricht — wenige Briefe im Jahr, jeder das Lesen wert. Sonst nichts, niemals.